Pfarrverband Grafrath

St. Johann Baptist in Schöngeising

Ansicht St. Johann Baptist
Im 4. Jahrhundert wird zum ersten Mal der Bau einer Kirche in Schöngeising erwähnt. Sie soll bereits dem Hl. Johannes Baptist geweiht gewesen sein.

Die Existenz weiterer Kirchen in den folgenden Jahrhunderten ist wahrscheinlich. Im Jahr 1683 fiel die Entscheidung für den Abriss der baufälligen Kirche und die Errichtung eines Neubaues im barocken Stil.

Von der barocken Ausstattung der Kirche seien die beiden lebensgroßen Johannisfiguren, St. Johannis Baptist und St. Johannis Evangelist, genannt, die ihren Platz auf Konsolen seitlich am heutigen Hochaltar haben. Im Kirchenschiff sind die Figuren St. Barbara, St. Katharina, St. Nikolaus und St. Erasmus zu sehen und die Schmerzhafte Madonna, die ihren Platz unter der Empore gefunden hat.

Der Bildhauer und Maler Melchior Seidl aus Bruck schuf 1691 eine Madonna Maria vom Sieg, die sich heute in der Kriegerkapelle an der Amperbrücke als Leihgabe an die politische Gemeinde Schöngeising befindet.
Innenansicht der Pfarrkirche Der ursprüngliche Hochaltar wurde 1803 durch einen barocken Altar aus dem säkularisierten Augustiner-Barfüßer-Kloster Maria Stern in Taxa ersetzt. Die ursprünglichen beiden Seitenaltäre wurden bereits 1721 gegen neue ausgetauscht.

Im Jahr 1861 erfolgte eine Umgestaltung des Kircheninnenraumes. Der Münchener Maler Georg Lacher schuf neue Bilder für den Hauptaltar und die Nebenaltäre, das Deckengemälde (Johannes der Täufer am Jordan) und einen Bilderkreuzweg im Nazarener Stil. Die von Georg Beer aus Erling bei Andechs gebaute Orgel fand 1867 ihren Platz auf der oberen Empore.
Maria Himmelskönigin Im Zuge einer Generalrestaurierung von 1963 bis 1968 erhielt der Innenraum der Kirche erneut ein anderes Aussehen. Unter anderem wurde das Altarbild aus dem Hauptaltar abgenommen (heute im Pfarrheimsaal) und durch eine Madonnenfigur (Maria Himmelskönigin) im Stil des Frühbarocks ersetzt. Die teilweise irreparablen Seitenaltäre, die barocke Kanzel und die Kommunionbank wurden entfernt.

In den Jahren 2006/07 durchgeführte Restaurierungs- und Renovierungsarbeiten umfassten Maßnahmen zum Erhalt der Skulpturen, die Generalüberholung der Beer-Orgel, einen kompletten Innenanstrich des Kirchenraumes und die statische Sicherung des Chorraumes.
Bereits 1603 errichtete das Kloster Fürstenfeld eine Schule in der Nachbarschaft der Schöngeisinger Pfarrkirche. Das 1884 erbaute zweite Schulhaus dient heute als Jugendhaus und ist Bestandteil des Pfarrheimkomplexes.
Altes Schulhaus von 1884
Das Pfarrheim (erbaut 1993) ist Versammlungsort für die Pfarrgemeinde und deren Vereine wie dem Marien-Verein (gegründet 1932). Auch dient es dem Senioren-Club als Treffpunkt, der Chorgemeinschaft Schöngeising als Übungsstätte und der Blasmusik und der Big-Band Schöngeising und der Heinrich-Scherrer-Musikschule als Aufführungsort für Konzerte.

Die Expositur Schöngeising wurde 1891 zu einer eigenständigen Pfarrei erhoben mit Holzhausen als Filialkirche. Zum 1. Mai 1993 wurde der Pfarrverband Schöngeising mit Holzhausen, Aich und Landsberied gegründet.

Ab Herbst 2008 obliegt die seelsorgerische Betreuung des Pfarrverbandes Schöngeising den Patres des Franziskanerklosters in Grafrath.

Das 1818 erbaute Pfarrhaus diente bis 2008 dem Pfarrer als Wohnsitz.
Heute ist das Pfarrhaus vermietet, beherbergt aber weiterhin das Pfarrbüro.